Backpacker 2.0

Hallo aus Buenos Aires!

Kurz vor Mitternacht und ich bin im HI Suites Hostel in Palermo, einem Stadtteil von Buenos Aires. Recht entspannt hier. Gestern gings ja mit dem Flugzeug von Ushuaia nach Buenos Aires. Leider sind um 11 Uhr nachts an einem Samstag alle Hostels in BA ausgebucht. Also habe ich die Nacht auf der Couch der Hostel verbracht bevor ich im Hostel “richtig” einchecken konnte.

Habe aber uberraschend gut geschlafen. Ausserdem wars gratis, auch das Fruehstueck! So manche europaeische Jugendherberge sollte sich mal anschaun wie man ein Hostel heutzutage fuehrt!

Heute hab ich La Boca besucht, jenem beruehmten Stadtteil von Buenos Aires mit den vielen bunten Haeusern. Irgendwie erinnert mich der Stadtteil an Murano, einer kleinen Insel in der Naehe von Venedig. Es stinkt sogar nach Kanal hier! In La Boca ist eines der beruehmtesten Fussballstadien von Argentinien und heute war ein Spiel. Jede Menge Fans und ein riesen Rummel. Ausserdem hab ich heute Hostel und Flug fuer Salta gebucht. Am Morgen hat es noch so ausgesehen als wuerde ich nach Rio de Janero fuer die letzen Tage fliegen, hab mich dann aber im letzten Augenblick doch fuer Salta entschieden. Bis auf dem Schiff in der Antarktis der Christbaum dekoriert wurde habe ich fast ganz auf Weihnachten vergessen, hier in Buenos Aires ist aber alles weihnachtlich dekoriert, allerdings finde ich das ein bischen schräg, schlieslich hat es hier fast 30 Grad und es scheint den ganzen Tag die Sonne. Da kann man so einen Christbaum der mit kuenstlichem Schnee besprueht ist nicht wirklich ernst nehmen.

Rucksacktourismus hat sich entscheidend veraendert in den letzten Jahren! Ich kann mich gut an meine erste grosse Reise im Jahr 2001 erinnern. Jeder hatte Hotmail, Internetcafes in Suedostasien und Australien waren kaum vorhanden und es kostete jedes mal einen haufen Geld um ein paar Mails an Freunde und Bekannte zu schreiben. 2008 ist das alles anders. Jedes Hostel in Argentinien hat kostenloes Wireless und viele schleppen ein kleines Notebook mit sich rum. Jeder (wirklich jeder) hat Facebook und oft verbringen die Leute stundenlang damit Fotos im Internet zu posten, zu chatten oder auf youtube Videos anzuschaun. In Iguazu wollte kaum jemand mit mir zum Dreilandereck laufen um den Sonnenuntergang anzuschaun, weil alle damit beschaftigt waren Phillipinischen Gefaengnissinsassen auf Youtube beim “Moonwalk” zuzuschaun. Eigentlich muesste man dafuer nicht um die halbe Welt fliegen… Anstelle der obligatorischen Frage nach der Emailadresse genuegt dieser Tage ein “Wie ist dein Name, ich schick dir ueber Facebook ne Nachricht…

Ein grosses Lob an dieser Stelle an LAN, die Fluglinie mit der ich die ganzen Inlandsfluege in Argentinien absolviere. Umbuchen ist hier absolut kein Problem, und kostet keinen Cent extra!

So long, melde mich dann aus Salta wieder.

Salta und so weiter…

Hallo! Wollte mich ja eigentlich aus Salta melden, aber inzwischen sitze ich schon wieder bei einem guten Cafe in Buenos Aires! Die letzten Tage also kurz im Rueckblick!

Am 15ten mit dem Fliegern nach Salta, leider hatte der Flug ca. 1,5 Stunden verspaetung, aber das hier nicht alles immer genau nach Zeitplan erfolgt bin ich ja inzwischen gewoehnt… Uebliches Einchecken im Hostel, danach habe ich gleich eine Tour entlang der Strecke des Tren a las Nubes und zum Salinas Grandes, einem grossen Salzsee gebucht. Bis zu letzt habe ich ja mit dem Gedanken gespielt, auch mit dem beruehmten Zug die Strecke zu fahren, ist zwar sehr teuer, soll aber wirklich beeindruckend sein. Allerdings wurde mir diese Entscheidugn abgenommen… Der Zug faehrt in zu dieser Jahreszeit nicht! Den Rest vom Tag hab ich mir dann Salta angesehen, eine Stadt aus dre Kolonialzeit die mich sehr meine Reise nach Kuba erinnert.

Am 16ten gings dann mit einem kleinen Minivan in die Anden rauf, der hoechste Punkt lag auf 4200 Meter. Wir besuchten jede Menge kleinere Siedlungen und zum Abschluss gings zum Salinas Grande, wo ich mit Mariwell und Julen aus Spanien, die mit mir die Tour gebucht hatten, ein paar echt witzige Fotos gemacht habe. Die Salzwueste hat einen Durchmesser von ueber 90 Kilometern und ist total flach. Dadurch verliert man den Bezug zu Entfernungen. Ein Sprung in die Luft sieht dann aus als wurde man 5 oder 6 Meter ueber dem Boden schweben.

Ein bischen was ueber unseren Fahrer/Reiseleiter “Juan”: In Salta ist es erlaubt, Coca Blaetter zu besitzen und auch zu “konsumieren”, dH. man steckt sich entweder einen Pack in den Mund, aehnlich wie Kautabak, oder man macht es wie Juan, nimmt eine handvoll und spuehlt das ganze Zeug mit etwas Wasser runter. Angeblich soll das ja munter machen. Am Ende des Tages, nach 520 Kilometern Fahrt half das aber offensichtlich bei Juan nichts mehr, den ein paar Mal fielen im kurz die Augen zu, und ich hatte Muehe ihn mit ein paar Brocken Spanisch munter zu halten. Alles in allem ein echt gelungener Tag, den ich natuerlich wieder mal mit einem hervorragendem Abendessen (Bife de Lomo, was sonst!) abschloss.

Am 17ten besuchte ich mit Mariwell das MAAM, ein archeologisches Museum mit Funden aus der Umgebung. Kernstueck sind drei mumifizierte Kinder, die den Goettern geopfert wurden und auf ueber 6000 Meter Hoehe gefunden wurden. Allerdings werden nicht alle drei Kinder gleichzeitig gezeigt sondern immer nur eins. Wir bekamen die “Doncella”, ein 16 jaehriges Maedchen zu sehen. Das Maedchen ist erstaunlich gut erhalten, man hat fast den Eindruck es wuerde lediglich schlafen.

Danach gings mit der Seilbahn auf den Cerro San Bernardo, einem Aussichtsberg von dem man einen guten Ueberblick ueber das 700.000 Eiwohner zaehlende Salta erhaehlt. Am Abend gings auf die Partymeile Balcarce und etwas kubanischer und Argentinischer Musik.

Am 18enten gings dann mit dem Bus wieder zurueck nach Buenos Aires. 20 Stunden einem erstaunlich komfortablen Bus mit regelmaessigem Essen, Rotwein und akuellen Hollywood Filmen.[wp_geo_map]

Letzte Post aus Argentinien

Meine letzten Stunden in Buenos Aires sind angebrochen! Wahnsinn wie schnell diese vier Wochen verfolgen sind… Am 19enten nach meiner Ankunft von Salta habe ich mich fuer eine Tour durch die Stadt auf dem Rad entschieden. Ein wirklich netter Ausflug bei dem man jede Menge ueber die Stadt erfaehrt. Allerdings wurde mir gegen Ende schon etwas schwindlig, hatte ich doch auf der 20 stuendigen Fahrt von Salta nicht besonders viel geschlafen.

Am 20igsten habe ich dann den ersten Versuch unternommen, mit der Faehre nach Uruguay zu fahren, allerdings ist dieses Vorhaben aufgrund des etwas schwer zu durchschauenden U-Bahn Systems ins Wasser gefallen. Dafuer hab ich mir dann die Stadt noch etwas genauer angesehen. Zuerst zum Schiff “Uruguay, jenem Boot das einen Swedischen Entdecker in der Antarktis gerettet hat. Danach bin ich von der Zugstation “Retiro” zum Reloceta Friedhof gelaufen. Das ist der Friedhof wo die Schoenen und Reichen von Argentinien ihre Zeit nach ihrem Ableben verbringen. Ein wirklich interessanter und schoener Friedhof, er besteht fast ausschlieslich aus kleinen Kapellen und opulenten Gruften, natuerlich bin ich auch zum Grab von Evita gegangen, auch wenn es zwei Anlaeufe gebraucht hat weil der Friedhof verdammt gross ist und man sich leicht verläuft wenn man nicht aufpasst. Ausserdem ist das Grab, im Vergleich zu so manchem Argentinischen General nicht so pompös ausgefallen. Trotzem erkennt man es leicht weil immer eine Traube Touristen davor steht.

Am Abend gings dann zu einem BBQ in einem anderen Hostel. Da ich die Argentinische Unpuenktlichkeit schon gewohnt bin, bin ich erst eine Stunde spaeter hin, was aber immer noch 1,5 Stunden zu fruh war. Das BBQ war wohl mehr eine Trainingseinheit fuer junge Argentinier, aber die Gesellschaft war recht nett und ich habe dann mit den anderen Rucksacktouristen beschlossen, am naechsten Tag mit der Faehre nach Uruguay zu fahren.

Am 21igsten gings dann in der Frueh gleich zur Faehrstation, allerdings mussten wir dort feststellen das die Faehren zurueck ausgebucht waren, und so fiel Uruguy entgueltig ins Wasser und wir entschieden uns, mit dem Zug nach Tigre zu fahren, einem Vorort von Buenos Aires direkt am Flussdelta. Recht nettes Stadtchen mit einen grossen Vergnuegungspark. Wir haben dort eine Kleinigkeit gegessen und eine Rundfahrt mit dem Boot gemacht. Danach gings mit dem Tren de la Costa und dem Bus zurück nach Buenos Aries. Am Abend stand dann eine Tangoshow mit Abendessen auf dem Programm, eine wirklich unterhaltsamer und sehr gut inszenierte Angelegenheit. Gott sei Dank wurde nicht nur 2 Stunden Tango getantzt sondern es gab auch eine Showeinlage mit traditioneller Argentinischer Musik und einem Seilschwingenden Gaucho der seine Sache wirklich gut machte.

Nach der 2 stuendigen Tangoshow gins noch nach Palermo Soho um noch etwas vom Nachtleben von Buenos Aires kennenzulernen, die Stadt schlaeft ja nie und die meisten Backpacker in der Jugendherberge kommen erst gegen 7 oder 8 Uhr morgens heim.

So weit so gut, fuer meine letzten Tag hab ich nicht mehr viel geplant, vielleicht noch etwas schoppen und noch einmal ein gutes Steak essen!

Morgen bin ich dann ab ca. 18:30 auf dem Hauptplatz in Linz Gluehwein trinken!

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